01 Mai 2020

Swan_Lake_(Bourne)

 https://en.wikipedia.org/wiki/Swan_Lake_(Bourne)


Akt I.

Im Prolog wird der Prinz als Kind von einem Albtraum eines Schwans geweckt. Die Mutter des Prinzen kommt herein, um ihn zu trösten, wird aber durch die Intimität der Situation nervös und geht.

Szene 1 beginnt damit, dass der Prinz von Zimmermädchen und Kammerdienern auf einen Tag offizieller Aufgaben vorbereitet wird.

In Szene 2, in seiner vollen Uniform, langweilt sich der Prinz durch eine Bootstaufe, ein Bandschneiden und andere offizielle Aufgaben. Seine Mutter fordert ihn auf, den Schein zu wahren, auch wenn sie den Soldaten mehr Aufmerksamkeit widmet als ihm. Während dieser Szene gibt es einen Übergang vom Kinderschauspieler, der den jungen Prinzen spielt, zum identisch gekleideten erwachsenen Tänzer, der den erwachsenen Prinzen porträtiert. Dieser jetzt erwachsene Prinz wird einem Mädchen namens "The Girlfriend" vorgestellt. Obwohl ihm das Mädchen von von Rothbart, dem Privatsekretär, aufgezwungen zu sein scheint, zieht der Prinz sie seinem dienstgebundenen Leben vor.

In Szene 3 erscheinen die Königin, einer ihrer bewundernden Soldaten, der Privatsekretär, der Prinz und die Freundin alle in einer Theaterbox, wo sie ein Ballett sehen, das sowohl für das eigentliche Publikum als auch für die Charaktere inszeniert wird. Die Kulisse des Balletts (nach einem Entwurf für Schloss Falkenstein von Christian Jank), kunstvolle Kostüme und eine schauspielerische Parodie, deren romantische Ballette der ursprüngliche Schwanensee war. Die Reaktionen der Freundin auf den Tanz sowie ihr eventuelles Ablegen ihrer Handtasche aus der königlichen Schachtel ärgern die Königin und von Rothbart.

In Szene 4 trinkt der Prinz zum Schock seiner Mutter in seinen privaten Gemächern vor einem Spiegel. Es kommt zu einem fast gewalttätigen Pas de Deux, in dem er um ihre Aufmerksamkeit und Liebe bittet, während sie ihn zurechtweist.

Der Prinz geht dann auf die Straße und in die Swank Bar, eine Disco im Stil der 1970er Jahre, in den Szenen fünf und sechs. Hier weicht die Choreografie vom klassischen Ballett ab, wobei Jazzformen und moderner Tanz dominieren. Der Prinz gerät an der Bar in einen Streit mit Seeleuten und wird auf die Straße geworfen. In Szene sieben sieht er, wie die Freundin von Rothbart bezahlt wird, und er ist völlig erschüttert zu entdecken, dass die einzige Person, die ihn zu lieben schien, eine Fälschung ist. Dies erhöht seine Verzweiflung und er schwört, sich selbst zu töten.

Während der Prinz am Ende der siebten Szene auf der Straße sitzt, stellt er sich eine Gruppe Schwäne vor, die auf ihn zufliegen, aber die Vision verschwindet. Es ist der erste Blitz des Abstiegs des Prinzen in mentale Turbulenzen.


Akt II

Bestürzt und enttäuscht darüber, dass er niemals Zuneigung finden wird, schreibt der Prinz einen Abschiedsbrief und geht, um sich in einem von Schwänen bewohnten öffentlichen Park in einen See zu werfen. 

Er wird durch eine Vision gerettet, in der er auf den Hauptschwan trifft, der ihm in seinen Träumen erschienen war. Zunächst vom führenden Schwan abgelehnt, wird der Prinz allmählich akzeptiert und schließlich in seine Arme genommen, um zu erkennen, was der Prinz jetzt weiß, dass er es immer gewünscht hat. 

Der Prinz ist begeistert und gibt seinen Plan auf, sich umzubringen. Diese Szene  enthält das am meisten diskutierte Element des Balletts, in dem nackte männliche Tänzer mit nacktem Oberkörper die Schwäne spielen, und es enthält ein sehr sinnliches Pas de Deux zwischen dem Hauptschwan und dem Prinzen.

Akt III

Szene 1 beginnt mit Prinzessinnen aus verschiedenen europäischen Nationen und ihren Begleitern, die zu einem großen Ball an den Palasttoren ankommen. Die Freundin schleicht sich zwischen sie.

Szene 2 findet in einem Ballsaal statt. Es beginnt mit der Ankunft der Königin und des Prinzen und einigen formellen Tänzen, degeneriert aber schnell zu einer schäbigen Gruppe von Alkoholikern und lasziven Anhängern. 


Darin kommt der charismatische und sexuell aggressive Sohn von Rothbart, [b] dem Privatsekretär, in schwarzen Lederhosen, der die sexuelle Spannung noch weiter verstärkt, indem er mit jeder anwesenden Frau, einschließlich der Königin, flirtet. 

Jede Frau fühlt sich zu ihm hingezogen und nimmt aktiv am gegenseitigen, manchmal unzüchtigen Flirt teil.

Genau wie im ursprünglichen Schwanensee, wo üblicherweise (wenn auch nicht immer) eine Ballerina die Rollen des weißen Schwans (Odette) und des schwarzen Schwans (Odile) spielt, spielt derselbe Balletttänzer den weißen Schwan und den schwarz gekleideten Jungen von Rothbart in dieser Version. 


Der Prinz sieht etwas von seinem geliebten Schwan im Sohn von Rothbart und er ist sehr von seiner Tapferkeit und seinem tierischen Magnetismus angezogen, aber schockiert von seiner Unanständigkeit, besonders gegenüber seiner Mutter. 

Bei Bump and Grind-Gruppennummern und einer Abfolge nationaler Tänze wird deutlich, dass die Königin von Rothbarts Sohn stark angezogen wird. Sein Vater, der Privatsekretär, sieht mit zunehmend triumphierender Zustimmung zu. 

Der Prinz versucht auch, sich dem jungen von Rothbart zu nähern, nur um abgewiesen zu werden. Der Prinz zieht sich in seine Gedanken zurück und stellt sich vor, eng mit ihm zu tanzen, aber die Verwirrung des Prinzen unterbricht die Fantasie und die Bewegungen des Sohnes wandeln sich von Liebe zu Gewalt.

Der Prinz stellt sich vor, wie die Königin und der junge von Rothbart ihre wachsende körperliche Zuneigung zueinander zur Schau stellen. Sie schließen sich den anderen Gästen am Ball an, um ihn wegen seiner wachsenden Not zu lachen und zu verspotten. 

 
Die Königin und der junge von Rothbart beenden ihren Tanz mit einer Umarmung und einem leidenschaftlichen Kuss. Der Prinz trennt sie in seiner Wut gewaltsam und wird durch Empörung von beiden und einen Schlag von seiner Mutter belohnt. 

Von widersprüchlichen Gefühlen überwältigt, zieht der Prinz eine Pistole hervor und droht, seine Mutter zu erschießen. In einem anschließenden Streit versucht die Freundin, den Prinzen davon abzubringen, während der Privatsekretär eine Pistole zieht und sie auf den Prinzen richtet. 

Als Schüsse ertönen, fallen die Freundin und der Prinz zu Boden, aber nur die Freundin wurde getroffen. Sie liegt bewusstlos und der Prinz wird weggeschleppt, während sich die Königin in die Arme des jungen von Rothbart wirft. Er gibt seinem Vater die Pistole, die er vom Prinzen genommen hat, die beiden lachen.

Die Handlung hat sich in den 15 Jahren seit dem Debüt weiterentwickelt. Die auffälligste Änderung, die Bourne vorgenommen hatte, bestand darin, die Nebenhandlung der von Rothbart-Verschwörung zu entfernen, um seinen Sohn auf den Thron zu setzen. 


Der Privatsekretär wird jetzt nur noch ein Funktionär (nicht länger ein von Rothbart-Gegenstück oder ein Bösewicht), und der Fremde wird nicht länger als Verschwörer mit ihm gezeigt. Die Identität des Fremden wird noch vager und Bourne überlässt ihn und seine Beziehung zum Prinzen lieber der individuellen Interpretation des Betrachters.

Akt IV

Im letzten Akt wird der Prinz, der den Verstand verloren hat, in einer Anstalt in einem Raum mit einem hohen vergitterten Fenster eingesperrt und von einem Arzt und einem Team von Krankenschwestern behandelt, die Masken tragen, die dem Gesicht der Königin ähneln und an die Szene, seiner Ankleidung zu Beginn des Balletts erinnert. Die Königin besucht ihn, aber sie ist immer noch nicht in der Lage, die Liebe zu ihrem Sohn vollständig auszudrücken.

Der Prinz kriecht ins Bett und scheint zu schlafen. Er beginnt sich jedoch zu winden, als er von der Schwanentruppe träumt, die von unten und hinten auftaucht und um ihn herum tanzt. 


Er erwacht aus seinem Albtraum und sucht unter seinem Bett und in seinem Zimmer nach Schwänen. Sein gequälter Gesichtsausdruck und seine ruckartigen Bewegungen bringen den Prinzen in Aufruhr. Sein führender Schwan taucht dann langsam aus dem Bett des Prinzen auf. 

Der Schwan tanzt mit dem Prinzen und versichert ihm seine anhaltende Zuneigung. Aber der Rest der Schwäne macht den Hauptschwan an, als er klar macht, dass er seine Beziehung zum Prinzen mehr schätzt als sie. Sie trennen die beiden und greifen den Prinzen an, bevor der Schwan einspringt, um ihn zu retten. 

Der Schwan umarmt den Prinzen und hüllt ihn in seine Flügel. Die Wut der Schwäne nimmt zu und ihr nächster Angriff zerstückelt den Schwan, der dann verschwindet. Mit gebrochenem Herzen und verzweifelt heult der Prinz und lässt sich auf das Bett fallen. 

Die Königin findet dann den Körper ihres toten Sohnes und schluchzt. Im Tod werden der Prinz und der Schwan jedoch wieder vereint, wie ein Tableau zeigt, das den führenden Schwan zeigt, der den jungen Prinzen zärtlich in seinen Armen hält.

Bilder und Innovation

Der ursprüngliche Schwanensee basiert auf der Geschichte von Ondine, einem deutschen Mythos mit einem in der Romantik verbreiteten Thema, der von Hans Christian Andersen für seine Geschichte Die kleine Meerjungfrau adaptiert wurde. 

Ondine war eine schöne und unsterbliche Wassernymphe. Die einzige Bedrohung für ihr ewiges Glück war, wenn sie sich in einen Sterblichen verliebte und sein Kind gebar, da sie dann ihre Unsterblichkeit verlieren würde. 

Ondine verliebte sich gebührend in einen schneidigen Ritter, Sir Lawrence, und sie waren verheiratet. Der Ritter versprach ihr mit jedem wachen Atemzug unfehlbare Liebe und Treue. 

Ein Jahr nach ihrer Hochzeit gebar Ondine Lawrence einen Sohn. Von diesem Moment an begann sie zu altern. Als Ondines Schönheit verblasste, verlor Lawrence das Interesse an ihr.

Eines Nachmittags ging Ondine in die Nähe einiger Ställe, als sie das vertraute Schnarchen ihres Mannes hörte. Als sie den Stall betrat, sah sie Sir Lawrence in den Armen einer anderen Frau liegen. Sie trat ihren Mann wach und verfluchte ihn so, dass er Atem haben würde, solange er wach blieb, aber wenn er jemals einschlief, würde ihm der Atem genommen und er würde sterben.

Laut Alastair Macaulay (ehemals Chef-Tanzkritiker der New York Times, The Times Literary Supplement und Chef-Theaterkritiker der Financial Times) soll der Ondine-Mythos ein Bild von psycho-sexueller Not sein: 


Die Nymphe ist ein verzweifeltes Bild der unterdrückten Jungfräulichkeit, besorgt, dass sie niemals weibliche Erfüllung erreichen wird, während ihre weibliche Nemesis, die ihren Ehemann in die Irre führt, die selbstbewusste verführerische Kraft darstellt, die ihre Hoffnungen bedroht. 

Die Geschichte ist zweischneidig: Der menschliche Protagonist, der die Nymphe liebt, übertritt seine eigene Art und kann bestraft werden. Wenn er sie einmal betrogen hat und zu ihr zurückkehrt, wird ihr Kuss ihm den Tod bringen; in der Tat kann es diese Liebe im Tod sein, die der Mann am meisten wünscht. 

Politisch


Es wurde viel über Bournes Entscheidung gesprochen, Männer als Schwäne zu besetzen. Das Originalballett ist ein Standard in der europäischen Tradition der romantisierten Frauen-Männer-Liebe. 
Die Heldin, die Schwanenprinzessin Odette, wird gemäß den üblichen Geschlechterrollen als machtlos, aber liebenswert dargestellt, und ihr Held wird als Jäger dargestellt, der allein die Macht hat, sie zu retten. 
Einen Mann in der Rolle des Hauptschwans zu haben, deutet darauf hin, dass der Kampf des Prinzen die schwule Liebe im Kern unterdrückt und das Reich der Handlung von magisch zu psychologisch verändert hat. 
Die wilde, vogelähnliche Choreografie, die dem Schwanenkorps gegeben wurde, interpretiert den Archetyp des Schwans als einen hübschen, weiblichen Vogel von sanfter Anmut. 
Laut Bourne "macht die Idee eines männlichen Schwans für mich vollkommen Sinn. Die Stärke, die Schönheit und die enorme Spannweite dieser Kreaturen lassen die Muskulatur eines männlichen Tänzers leichter erkennen als eine Ballerina in ihrem weißen Tutu." [1] ]]

Die gleichen zentralen Themen ziehen sich jedoch durch beide Werke. Beide handeln von verdammter, verbotener Liebe, und beide zeigen einen Prinzen, der durch diese Liebe die Grenzen alltäglicher Konventionen überschreiten möchte. 
Beide Themen sind eng mit dem Leben von Tschaikowsky verbunden, dem Komponisten des Balletts, dessen Homosexualität eine Reihe von Komplikationen in seinem Leben verursachte.

Die Reihenfolge

Um seinem überarbeiteten Szenario gerecht zu werden, änderte Bourne Tschaikowskys Reihenfolge etwas, ordnete mehrere Szenen neu und ließ andere weg. 
Zum Beispiel wurde Nr. 5 in seiner Gesamtheit von Akt Eins zu Akt Drei verschoben, wo es den (neu geordneten) nationalen Tänzen folgt. 
Akt Drei wurde gekürzt, indem der größte Teil von Nr. 19 und alle folgenden Pas de Deux weggelassen wurden. [4]

 

23 April 2020

Erinnern an Thomas Kylau


kylau 
Er spielte die Rolle des Eberhard Zielke in "Heimat" und  "Die Zweite Heimat"

Aus einer Email vom 15.05.19

Es war sehr schön dabei zu sein. Man spürte das wird was besonderes.
... 
Ich war von den Kollegen nur angetan. Sah ihrem Spiel sehr gerne zu. Wäre gerne auch in der 3. Heimat gewesen aber zu diesem Zeitpunkt muss ich im Drehbuch ja schon nicht mehr gelebt haben.
Auf gleichem Fuss werde ich jetzt erwischt. Ärzte geben mir nur noch kurze Lebenszeit. Kein Problem für mich. Das betrifft uns ja alle. Sauer wäre ich nur könnte man sich freikaufen. Oder müsste als Käfer weitermachen. Zwecks Seelenwanderung.
heimat-fanpage.de/gruesse-an-die-fans/-thomas-kylau


Thomas Kylau 

 

21.10.07 um 17 Uhr, „Teddy-Bar“ Hans-Sachs-Str.  „Das Leben gut um die Ecke bringen“
Erzähl-Café zum 5. Geburtstag von „Gay & Gray“ mit Thomas Kylau, Beruf: Schauspieler, Jahrgang 1932

(kann auch abgesagt worden sein?)

So 28. Okt 2007 Thomas Kylau : (damaliger Textentwurf)

Am Theater sind doch viele schwul ... dort traf der junge Thomas auch die meisten seiner Verehrer, und wegen einer von der Polizei erforschten Geschichte musste er in den 40er-Jahren mit etwa 25 für's Schwul-Sein ins Gefängnis.

Er wurde Schauspieler, sang schweinische Lieder zur Klavierbegleitung (in anderen Städten bekannter als in München), brachte einen wunderbaren Solo-Abend zu Quentin Crisp (Crisperanto) auf die Bühne, die sein Leben wurde. Zuletzt war er in mehreren Rollen im Volkstheater zu sehen,

Moderation: Am besten mal wer anderer ... als ich, hab momentan nur noch grobe Erinnerungen (2 Termine, im späteren Büro in der Müllerstrasse) 2, Termin gefilmt?
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Da fehlt ein Komma, (oder ein Bindestrich) auch wenn es vor einem "und" stehen soll: Das machte ihn unsterblich!

  sein letztes Ensemble:

Es folgen sicher noch ein paar Nachrufe von den Theatern und Sendern, an denen er gespielt hatte,
für mich war sein für mich genialstes Programm "CRISPERANTO", das er der Erinnerung an sein Vorbild Quentin Crisp gewidmet hatte,
im Theater in der Hans-Sachs-Straße ...
Eine frühe Geschichte von ihm haben wir im Film:





Die Frauen meiner Träume auf https://youtu.be/axZ-hUfPpjA

Beitrag Fritz Letsch zum 10-jährigen des Forum - erster schneller Wurf -

Ein Dutzend Männer und Frauen sitzt im kleinen Büro im Kreis, Thomas Kylau ist der erste, der zu einem Erzählcafe angefragt wurde und auch gleich zusagte. Er wirkt nach 4 Jahrzehnten immer noch so jugendlich wie bei seiner ersten Verhaftung wegen $ 175.

Er hatte sich auch etwas vorbereitet, und so wurde seine Jugendzeit in Lübeck, zwischen Krieg und Theater, zwischen Kaufhaus-Lehre und Knast zu einem nachmittag-füllenden Abenteuer, das noch nicht mal annähernd seinen Lebenslauf abrundete, so dass wir einen weiteren Abend dazu vereinbaren mussten.

Viele Lebensgeschichten folgten, am Eindrücklichsten sind mir in der großen Reihe noch Professor Peter Schauwecker und Stadtwerke-Atomkraft-Mitarbeiter Michael Kramheller, zwei recht gegensätzliche Lebensgeschichten: Der eine war immer mehr Münchner geworden, der andere ist es - sogar langzeitig in San Francisco - immer geblieben.

Erich Haas, der langjährige Empfangschef des Bayrischen Hof, wird nun dieses Jahr 90 und seine Biografie ist als Lebensgeschichte im Forum in Vorbereitung. Es ist eine sehr dankbare Aufgabe, jemand in seine Erinnerungen zu begleiten, um sie dann einem Publikum vorzustellen.

Zwischen nächtlichem Treiben im Englischen Garten und dem taghellen im Tröpferl- und Wannenbad, durch etliche polizeiliche Untersuchungen (nicht nur um "unseren" ehemaligen Bankräuber Todorov, Kommisar Bienlein von der Sitte, die Vielzahl der Lesben- und  Schwulenkneipen Münchens und ihr Wandel, wir sind durch viele Abenteuer des Lebens gegangen, und nicht alle davon waren - nach Meinung der Befragten - publikumstauglich.

Sepp Stückl, der Gründer der Schwuhplattler füllte eine große Veranstaltung im Foyer, in der auch die Reaktion der traditionellen Trachtenvereine zur Sprache kam, der Wirt der Mühle im Bayrischen Wald berichtete mehr vom Leben eines Unternehmers am Land, Cosy vom Künstlerinnenleben in der Stadt, einschliesslich polizeilich beschlagnahmten Gemälden aus einer der Kneipen, die sie immer wieder mal führte, bis hin zur zeitweilig berühmtesten Discothek am Elisabethplatz.

Münchner BuchhändlerInnen ließen wir gemeinsam von ihrer Mission berichten, Diven erzählten aus ihren jungen Jahren (ein letztes Boa-Winken von hier an Hans-Georg Schmidt!), Kneipen berichteten vor Ort: Viele KollegInnen haben inzwischen Moderationen übernommen, und wir haben zwar so manches mitgeschnitten, aber für die weitere Aufbereitung der vielen Erfahrungen, auch interner Archivgespräche, brauchen wir noch dringend Mitwirkende!
Für mein Gefühl ist es erst ein Jahr, dass er noch im Sub ausführlich von seinen Aufführungen und Dreh's erzählte,
aber auch von den diversen körperlichen Problematiken, und er fehlt mir schon sehr ...
 

 


 




03 Mai 2019

Von der ökologischen Depression zum internationalen Handeln

Immer mehr Menschen in unserem Land verfallen in einen Zustand, den ich als ökologische Depression bezeichne:

Schon in den Ost-West-Beziehungen zu den letzten Zeiten der DDR war uns aufgefallen, dass die politischen Stimmungs(k)lagen verschieden waren:

Die Ost-BürgerInnen hatten damals eher unter den Resten einer autoritären Depression zu leiden, die wir im Westen schon Jahrzehnte früher abzuschütteln versuchten:

Die Sechziger Jahre waren anfangs noch geprägt vom Postfaschismus ...
denn 1950 hatte man ganz schnell, mit Zustimmung der Kirchen, die Entnazifizierung im Bundestag aufgehoben und die alten HERRschaften wieder in Amt und Würden gesetzt: Anwälte, Mediziner und Professoren waren wie
Richter als Würdenträger so unschuldig wie Bischöfe, die Hand zum Hitlergruß erhoben, nur die Vorteile des Konkordates als Schweigegeld zur Judenverfolgung nahmen.

Der autoritären Depression entfliehen

Wir hatten den Vietnamkrieg und die Friedensbewegungen dazu als Möglichkeit, vom Besatzer zu lernen: Die Aufstände in Amerika wurden zwar nur wenig direkt berichtet, aber sie kamen vor allem in den Kunstformen zu uns: 

Das Musical Hair hatte noch weit brisantere Inhalte als die Nackten auf der Bühne, die einer Demonstration und einer neuen Aktionsform entstammten:


Die Polizei hatte in den Presseberichten den Studierenden ihre Gewalttätigkeit vorgeworfen, aber geht von Nackten Gewalt aus?

Neue Filme brachten die neuen Lebensweisen der Freaks und Hippies, der Love-in und Teach in, Bücher und Lieder die Beat-Generation von Jack Kerouac bis Ginsberg, Bob Dylan und Patty Smith, seltener die Weathermen und den US-SDS, das Vorbild für den Liberalen Studentenbund LSD und den SDS in der BRD.

Die Pubertät bekam auch in der Provinz den Rückenwind der Erneuerung: Lange Haare, Jeans, neue Kleidung, und ganz langsam folgten die ersten Radio-Sender.

Sogar die Kirchen zogen in den Erneuerungen mit: Papst Johannes XXIII hatte das Konzil und die Öffnung für die Welt verkündet, das "heilige Latein" konnte plötzlich verständliches Deutsch werden und in den Synoden mit Jugend, Familien und allerlei Beiräten zu neuem Lebensstil erwachen.

Doch alte Päpste und Kardinäle wie Döpfner und König sterben, Ratzinger dreht das Rad zurück und Mehltau legt sich über die Lande, bis die Mißbrauchs-Skandale den Laden leeren ...
 
Wird nach Kommentaren fortgesetzt ...

22 November 2017

Forumtheater für Menschenrechte?

Es sollte immer konkret werden, wenn es zum Forumtheater führen soll: Die Erlebnisse bringen die Kraft in die Szenen, die beim großen Theater durch professionelle Ausbildung und Ausdrucksschulung erreicht werden.

Harald Hahn stellt grade ein neues Buch zusammen:

Theater der Unterdrückten als Mosaikbaustein gesellschaftlichen Wandels
Einblicke, Ansichten und Projekte 


Der Anfang meines Beitrages darin:


  1. Vor grade 20 Jahren im Rathaus München:

In einer europäischen Konferenz an der Hochschule München hatten wir im Oktober 1997 mit KollegInnen aus verschiedenen europäischen Ländern die Möglichkeiten untersucht, die Methoden des Legislativen Theater auch in europäischen Situationen anzuwenden.
Beim internationalen Treffen in Toronto hatten bei den Workshops die Farben des Regenbogen der Wünsche die aktuellsten Arbeitsweisen beherrscht, wobei im breiten Kontext von Indien und Japan, von europäischen und den süd- und nordamerikanischen Ländern viele Erziehungs-Kulturen in den Vergleich kamen.
Die Erarbeitung und Vorstellung von legislativen Szenen in München beschrieb Augusto Boal in seinem Schlusskapitel als „Symbolism in Munich“ im englischen Buch „legislative theatre“, in meiner Übersetzung abgedruckt im „Theater im Dialog“… und irgendwo im Netz …
Gut 30 Theater-KollegInnen aus Brasilien, Finnland, Frankreich, Kroatien, den Niederlanden, Schweden, Österreich und Deutschland trafen sich in München, um neben Erfahrungsaustausch und -Weitergabe ihrer Arbeitsweisen mit dem Theater der Unterdrückten die neue Anwendung im Feld der Politik für ihre eigenen Länder zu entwickeln.
Die Teilnehmenden der Konferenz haben mit Studierenden und Interessierten Szenen aus deren eigenem Erleben erarbeitet, um sie dem Publikum im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses vorzustellen:
* Gewalt in einer binationalen Ehe bringt die Problematik der modernen Sklavenhaltung durch unser aktuelles Ausländerrecht zutage    
* Eine verdeckte schwul-lesbische Doppel-Hochzeit sollte die Situation einer Ausländerin und die Liebe von zwei Paaren schützen und legalisieren   
* Der Stadion-Neubau auf den begrenzten Flächen der Bürger macht Geschäfts-Interessen sichtbar - und auch Kultur-Verhältnisse überbezahlter Dirigenten?    
* Kann ein garantiertes Grundeinkommen die Situation belasteter Familien verbessern?    
* Wer hat wieviel Platz zum Leben und wie gestaltet es sich gemeinsam?    
* Unsere unbewältigte Vergangenheit rülpst ausgerechnet zur Reichs-PogromNacht wieder in der "Hauptstadt der Bewegung"? (im Rathaus nicht vorgestellt)
* Der rassistisch überraschende Überfall in der U-Bahn
Wir hatten in den mehrtägigen Workshops, vormittags angeleitet durch die KollegInnen, nachmittags mit Augusto, für uns wichtige Szenen erarbeitet, die wir am 26.10. im Rathaus-Sitzungssaal in einer Auswahl dem Publikum und leider nur wenigen Stadträten vorstellten, denn der Oberbürgermeister, hatte, was wir nicht gewusst hatten, an diesem Tag seinen 50. Geburtstag ... was unsere Zielgruppe vor allem zeitlich begrenzte und dezimierte.



Eine Szene in anderen Jahren am Marienplatz München: Sollen wir die Flüchtlinge aushungern? Der Bundesrat hatte die Halbierung des Sozialhilfesatzes in den Asyl-Unterkünften gefordert, Fachleute diskutieren in der Methode „Chamber in the Street“ die Forderungen mit Publikum.
  1. Der Traum vom anderen Leben

15 November 2016

Orfeo: Entwurf für eine politische Verführung Fritz Letsch

 
Den Weg vom persönlichen Angerührt-Sein ...
... zur ansprechenden politischen Aktion


Seltsam diskret verhalten sich viele meiner Freundinnen und Freunde,
wenn es um Themen und Aktionen von attac geht: klingt zu aggressiv ...
und was es an diversen - natürlich ernst zu nehmenden - Begründungen gibt, sich von schwierigen politischen Auseinandersetzungen fern zu halten.
"attacies" nehmen das offenbar nur am Rande wahr: Je größer die Mission, desto kleiner der Kreis ... was nicht sehr demokratisch, aber sehr sehr avantgardistisch kommt.
Und da ich beide Seiten kenne, beunruhigt es mich etwas, die Vergeudung der Energien zu erleben, die heroische Seite der Kompetenz, aber auch die kleine Verzweiflung dazwischen, wenn doch mehr Arbeit mit weniger Echo belohnt wird.
Da - zwischen eine Theatergruppe anzusiedeln, die beide Seiten aushält und respektiert, die aus der Spannung der Menschen eine Spannung der Aufführung machen kann, eine neue Form von Aufführung entwirft - das reizt mich.
Start: Ein offener Workshop zu Theater-Methoden
Salat: Mix aus rohen Fakten und korrespondierenden Zutaten
Suppe: Kräftig durchgezogene Realitäten und Erfahrungen
First: Vegan ernährtes Lamm an Rosmarin-Büscheln: Opfer-Haltungen
Secundo: Raubfisch als Lern- und Arbeitsform
Dessert: Flammende Herzen umrahmt von kühlen Gedanken.
Dazu kühles Wasser, ein voller Wein, nach Bedarf Kaffee, Zigarren
die Eigenarten der Einzelnen unterstreichend und Respekt fördernd.
Im Klartext: Menüs entwickeln, die den eigenen Genuss zur Einladung werden lassen ...
Die Einladung musst du allerdings selbst aussprechen – wenn du kannst. Ansonsten besorg jemand, die / der dazu bereit ist!
          fritz Letsch

11 Juli 2016

Forumtheater mit Geflüchteten im Herbst 2016 in München

Das wird Jamming in Kulturen, Methoden und Themen: 



Forumtheater als Grundlage

oktober 

Start Semester an der Hochschule München:
Grundlagen,
erste Methoden

november 

Start öffentliche Phase:
Gruppen und mögliche Teilnehmende

dezember

Vostellungen und Austausch

Mo 8. August München: Den Sommer feiern: Zusammen mit Pamuzinda Musizieren, Singen und Tanzen

Tour-Änderung: NUR Abschluss Mo. 8.8. von 19-22h

Einewelthaus München

www.Pamuzinda.de

Chorsingende, Bigband-Leute, und du:

mit Instrument oder / und Brotzeit, Lieblingsdrink, 

und eine Session, die das gemeinsame Musizieren, Singen, Zusammenkommen bei jedem Wetter in luftiger Atmosphäre ermöglichen soll.

Im Hofbräuhaus gibt es an jedem ersten Montag im Monat einen Volksmusikanten-Stammtisch, der das gelegentlich erleben läßt, und auch in Oberaudorf mit Bavario und mit jeder anderen Kombination hatten wir wunderbare Abende, die aus dem Gemeinsamen entstanden:

deinem Herbst-Projekt zum Vorstellen, Münchner Machbarn, Menschenrechte, muenchen-fair.de

und ein paar Euro für das Waisenhaus-Projekt von youventus international

Die große Pamuzinda-Abschluß-Show im Einewelthaus ist dann am 8.August.

Aids-Waisen den Schulbesuch ermöglichen!

Mit dem Projekt youventus-international unterstützen wir seit vielen Jahren zuverlässig den Schulbesuch von Aids-Waisen in unserer Partnerstadt Harare in Simbabwe, ein Projekt gemeinsam mit www.Pamuzinda.de, einer traditionalen Musik-LehrerInnen-Gruppe aus Harare, die jährlich 3 Monate zu uns kommt …
 
 
Leider reichen durch den ungünstigen Dollar-Kurs die Spenden nicht mehr für Prüfungs- und Schulgebühren und eine Mahlzeit,

Steuerabzugsfähige Spenden bitte auf Bank für Sozialwirtschaft München BLZ 70020500  

bei Überweisung von mehr als 200 Euro mit Spendenquittung gegen deine Steuer, bis 200.- akzeptiert das Finanzamt den Überweisungsbeleg

BIC BFSWDE33MUE 8832202 youventus international in Partnerschaft mit www.Pamuzinda.de IBAN DE25700205000008832202


oder aktueller für die

Rechtsinformation auf der Flucht - Bildung und Begleitung



Nord-Süd-Forum München
Mitglied im NordSüdForum.de München

Auf einer griechischen Insel die wichtigsten Informationen bekommen:

Studierende und JuristInnen in der fachkundigen Aufklärung, in der Zusammenarbeit mit Geflüchteten, die weitere Information geben können: Dazu braucht es Austausch und Reflexion der eigenen Fähigkeiten und der politischen Lage.
http://zbb-ev.jimdo.com/legal-info-point-chios/
 
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u lodha tu pritu

Ich müde zu sein neugierig warten

szymon:
Seen on the streets of Ponte A Poppi, in Casentino
(Source: szymon)

16 Mai 2016

Erich Fromm über den angepaßten Menschen



Hast du auch schon Hosen mit engem Hosenbein?






Vier Jahre später gibt es keine anderen Hosen mehr zu kaufen ...

02 September 2015

Forumtheater zu den von uns mit verursachten Fluchtursachen

Im September oder Oktober biete ich für interessierte Gruppen einige Theater-LustProjekte von einem halben Tag bis zu eineinhalb Tagen an,
sich zu die Fluchtursachen der derzeitigen Vertriebenen auszutauschen,
sehr gerne in allen Sprachen und mit Beteiligung aller Leute, die ihr begleitet und einladen mögt.

Im November gibt es zum Teil offen zugängliche Projekte mit Studierenden in München und Regensburg.

Methoden:

Statuen und Bilderszenen bauen und Veränderungpunkte identifizieren

"Reine Handarbeit" kann es sein, aus Menschen eine Szene "unter Druck" zu bauen und als Kommunikations-Grundlage vorzustellen

TheaterMachtPolitik

Themen der Teilnehmenden in Gruppen weiter analysieren und verdichten

Für das tiefere Verstehen brauchen wir Anhaltspunkte für die Hintergründe: Was wird wichtig?

Szenen zur Verständigung nach außen

Ein öffentliches Publikum kann den Abschluss der gemeinsamen Arbeit bilden:
Mit wem wollen wir uns austauschen?

Mehr zur Ausgangslage:

Theater-Übungen

Entwicklungsländer sind die Länder, in die unsere ruhmreiche Bundesrepublik Entwicklungshilfe zur Polizeiausbildung einsetzt, um die Absatzmärkte für subventionierte Lebensmittel aus der EU gegen die einheimische Produktion zu sichern.

Die bisherigen örtlichen Produzenten sind nun eingeladen, die Arbeit zu niedrigeren Löhnen bei Preisen in unseren Billiglohnländern fortzusetzen.
http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de

07 Februar 2014

Forumtheater und Foren-Moderation


Ein Forum ist seit griechisch-römischen Zeiten eine Runde, um miteinander kommunizieren zu können.

Hierzulande werden wir fast immer zum Vortrag wie im Kino aufgereiht: Hinterköpfe vor Augen, nicht dialogbereit.

Ein rundes Forum geht in jedem nicht fest bestuhlten Saal, wird aber selten gemacht: Angst vor der Beteiligung?

Forumtheater hat eine fixe Form: Ein Spielleiter stellt eine Szene vor und die Regeln: Beim zweiten Durchlauf an der Stelle STOP rufen, ab der die Situation verändert werden soll, das vorgestellte Dilemma vielleicht zu lösen ist.
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Dafür dürfen auch Helfende mobilisiert werden, notfalls bringt uns ein Gespräch mit Nachbarn zu neuen Ideen.

http://Forumtheater.wikispaces.com
http://fritz-letsch.jimdo.com

11 Januar 2014

die Kriegshetzer in die vordersten Schützengräben stellen: Ausstellung bis 12.1. im Gasteig München: Ja, Kinder, es ist Krieg ...

die Kriegshetzer in die vordersten Schützengräben stellen:
forderte Herr Kaulbach 1917, nach dem er vor dem Krieg noch eine stolze Germania präsentiert hatte. 

Im ersten Weltkrieg, der so begeistert und fröhlich begann, verlor der Kaiser seine Macht: 

Dann sollten die Bürger einen Frieden bezahlen,

10 Januar 2014

das Konzept für ein Interview in der Community-Entwicklung

Notizen, systematisieren
Ein Notizblatt für die Interviews: Das Strichmännchen & Stichworte


das Konzept für ein Interview in der Community-Entwicklung beginnt mit einigen ersten Stichworten, möglichst einfach:

Was interessiert den Menschen gegenüber, wo wird er engagiert, was möchte er oder sie verändern: Die Punkte, Nachbarn zu verknüpfen, gemeinsam wirksam zu werden.

die Villa Waldberta im Januar: Musik - Musik -Musik

 

Newsletter im Januar 2014

ES WAR EIN KLANG – Improvisierte Musik erzählt neue Märchen
Mittwoch, den 15. Januar 2014 um 20:00 Uhr
Black Box im Gasteig / München; Eintritt 15 €

Unter dem Titel "Es war ein Klang" erzählt der amerikanische Sänger und Erfinder des Kultformats „Same Old Song“ im Milla Club JJ Jones, 2013 Stipendiat der städtischen Künstlerresidenz Villa Waldberta, neue alte Geschichten mit improvisierter Musik. Textbeiträge von Filmregisseur Markus H. Rosenmüller werden mit Unterstützung von Gästen aus der Münchner und Wiener Musikszene kunstvoll improvisiert und unterhaltsam in sieben Teilen vorgetragen. JJ Jones behauptet dabei, dass die Weisheit der Märchen so elementar ist, dass man sie auch durch rein improvisierte Musik erzählen kann.
Mit dabei sind unter anderem

  • der Filmkomponist und Musikprofessor Gerd Baumann,
  • Pianist Rupert Huber (von der Band Tosca aus Wien),
  • Lorenz Beyer (Elektrolandler / Wien),
  • die beiden Preisträgerinnen für Innovative Volkskultur 2012 Andrea Pancur (Gesang / Alpenklezmer) und 2013 Franziska Eimer (Harfe),
  • sowie die Vokalistin Rosalie Eberle (von Rosalie & Wanda / München).

Canto dei sass' & Dine Doneff
Samstag, den 19. Januar 2014 um 20.30 h
Volksmusiktage im Fraunhofer / Fraunhoferstr. 9

Das Duo Canto dei sass‘ - im Fraunhofer schon heimisch und auch ausgezeichnet mit dem 2. Platz beim Fraunhofer Volksmusikpreis 2011 - trifft in seinem aktuellen Programm auf den mazedonisch-griechischen Musiker Dine Doneff, der unter seinem griechischen Namen Kostas Theodorou ein bekannter Komponist und Jazzmusiker ist, u.a. beim Münchner Label ECM zu hören.

Der Autodidakt Dine Doneff hat sich seine musikalische Bildung auf vielen Reisen durch ganz Europa selbst angeeignet und nimmt immer wieder Bezug auf die traditionelle Musik und Lieder seiner Heimat, wie in seinem sich stetig weiter entwickelnden Musikprojekt "Lost Anthropology“. Während seines Aufenthalts im internationalen Künstlerhaus Villa Waldberta 2013 hat der Komponist und vielseitige Instrumentalist (Kontrabass, Percussion, Guitarre etc.) die beiden Musiker von Canto dei sass' kennen gelernt. Die Begegnung der drei Musiker verspricht prickelnde Lebendigkeit: Sie lieben die archaische Frechheit des Volksliedes: Spott, Schadenfreude, Sehnsucht, Liebe, Trauer, Wut, Aufruhr.....versteckt ironisch bis deftig direkt und musikalisch immer höchst spannend.

  • David Eschmann: Gesang, Flöte
  • Mathis Mayr: Cello, Gesang
  • Dine Doneff: Kontrabass, Percussion, Gesang

Einlass: 20.15 Uhr / Beginn: 20.30 Uhr / Eintritt: 22 €
Weitere Informationen über das Künstlerhaus Villa Waldberta erhalten Sie auf
www.villa-waldberta.de und www.youtube.de/villawaldberta.

05 Dezember 2013

Kurt-Eisner-Kulturstiftung München ehrt Berliner Gentrifizierungs-Kritiker: Das Co von Kotti & Co und Ultra-Red stellen sich vor

 
Die Kurt-Eisner-Kulturstiftung verlieh am 7.Nov 2013, 95 Jahre nach der Ausrufung der Revolution und Republik in Bayern durch Kurt Eisner, 
einen Kulturpreis an eine Berliner Initiative: Ultra-Red und Das Co von Kotti & Co: 

Gentrifizierung und interkulturelle Zusammenarbeit muss hierzulande erst gelernt werden, noch lassen sich Hausbesitzer, Mieter und Parallelkulturen von Spekulanten, Immobilienwirtschaft, Bürgerkönig und Olympia-Geschäftemachern gegeneinander ausspielen.

Zu hören sind die Arbeiten der aktivierenden Ton- und Hörkünstler auf 


05 September 2013

Bundesverfassungsgericht ersetzt schlechte Regierungen: Mollath statt Merk und Merkel ... hoffentlich auch bald "Residenzpflicht" weg

Die alten autoritären Kräfte waren sich über lange Zeit viel zu sicher, die BürgerInnen fühlten sich geschützt: Alles nur Geschäfte auf unsere Kosten.

Die gleiche Tour mit den gewaltsamen täglichen Polizeikontrollen gegenüber den AsylbewerberInnen, die nicht mehr depressiv in den totgeschwiegenen Selbstmord-Lagern leben wollen: Als non_citizen sind sie seit Wochen zu Fuß durch Bayern zu einem refugeestruggle unterwegs, die Abschaffung der bayrisch-sächsischen Menschenrechts-widrigen Verwaltungs-Residenzpflicht und die einschränkende Lebensmittel-Versorgung statt finanziellem Unterhalt und Arbeits- wie Ausbildungsrecht zu fordern.

Man muss das ganz lesen, um zu verstehen, wie weit dieses bayerische Justizsystem im Fall Mollath von Rechtsstaat und Bürgerrechten entfernt ist. Die CSU, die die politische Verantwortung für diese Zustände in der Justiz trägt, muss dafür einen Denkzettel bei den nächsten Wahlen bekommen! Die sehen das sonst als Aufforderung zum Jetzt erst recht und weiter so an.

Pressemitteilung Nr. 56/2013 vom 5. September 2013
Beschluss vom 26. August 2013
2 BvR 371/12

Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde im „Fall Mollath“

Die 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat der
Verfassungsbeschwerde des Gustl Ferdinand Mollath gegen Beschlüsse des
Landgerichts Bayreuth und des Oberlandesgerichts Bamberg stattgegeben.
Die in den Beschlüssen des Jahres 2011 aufgeführten Gründe genügen
nicht, um die Fortdauer der Unterbringung zu rechtfertigen. Die
Beschlüsse verletzen den Beschwerdeführer in seinem Grundrecht auf
Freiheit der Person (Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG) in Verbindung mit dem
Verhältnismäßigkeitsgrundsatz (Art. 20 Abs. 3 GG). Die Sache wird zur
erneuten Entscheidung an das Oberlandesgericht Bamberg zurückverwiesen.
weiter: www.facebook.com/dinglreiter/posts/10202019065146931
Quelle: http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg13-056.html

Zweiter Tag in München, 04.09.13 20:00 Uhr

  • Die Verantwortlichen im Gewerkschaftshaus haben zugesagt, dass die Protestierenden eine weitere Nacht im Gebäude bleiben können. Morgen soll es weitere Gespräche geben.
  • Im Verlauf des heutigen Tages sind immer wieder Personen (Non-Citizens und Citizens) von der Polizei kontrolliert worden, die das Gebäude verlassen haben. Aufgrund dessen sind zwei Non-Citizens zwischenzeitlich in Polizeigewahrsam genommen worden. Sie sind mittlerweile wieder frei und zurück bei ihren Mitstreiter_innen.
17:00 Uhr
  • Die Gruppe der Protestierenden wird vorerst im Gewerkschaftshaus geduldet - als kurzfristige Notlösung.
  • Im Haus befinden sich zur Zeit etwa 60 Non-Citizens und einige Unterstützer_innen.

Zweites Statement des Protestmarschs am zweiten Tag nach der Ankunft in München (Zehnte Pressemitteilung)

 
 

31 August 2013

Report on Pamuzinda project: Kinder und Jugendliche in Harare lernen traditionelle Musik und Tanz -neben dem Schulbesuch

Wenn sich jetzt über dem Englischen Garten die Schwalben in Flugschulen auf die große Reise vorbereiten, bereiten wir uns für den Herbst vor, sie starten, wie unsere Musiker-Freunde aus der südlichsten Partnerstadt, in den Frühling.

In Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, gibt es, wie im gesamten südlichen Afrika, viele Aids-Waisen, deren Eltern in den vergangenen Jahren gestorben sind und deren Verwandte nicht in der Lage sind, sie aufzunehmen.

Ein Projekt der traditionell orientierten Musik- und Tanz- und Theater-Gruppe Pamuzinda aus Harare und ihrer Freunde in München versorgt 15 Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahre mit Nahrung, Schulbedarf und der Bezahlung der Schulgebühren, damit sie nicht nur die Schule besuchen, sondern auch in Musik und Tanz ausgebildet sind.

Die langfristigen Projekte dort sind zum Beispiel Bauerntänze, die aber etwas ganz anderes bedeuten, was unser Wort in der Übersetzung signalisieren würde:

Ploughing dance ist eine ganze musikalische Theater-Erzählung, die den Bogen vom "Acker mit der Hacke vorbereiten, säen und gießen, pflegen und verteidigen, bis zum Ernten in Körben und stolz heim tragen, Essen zubereiten" schlägt.


Die Stücke sind Musik-Theater von einer Dichte, wie wir sie kaum mehr kennen, sind Selbst-Vorstellung und Prozess-Darstellung, wie sie bei uns allerdings auch Tradition hatten.


Mariä Geburt, fliagn d' Schwaiberl furt
Unsere FreundInnen bleiben noch bis 11.9. und geben noch ein paar Konzerte, vielleicht auch auf der Schaustelle oder irgendwo in der Stadt, oder da, wohin ihr sie einladet, damit sie was nach Hause bringen ...

Für das nächste Jahr ist wieder Einiges in Vorbereitung, aber jetzt steht die Fortbildung des Nachwuchs in Zimbabwe im Vordergrund, während gleichzeitig hier die Kontakte auf der Alm mit Bavarobeat gepflegt werden.

26 August 2013

Frauen sollten sich nicht wie Schlampen anziehen, wenn sie nicht vergewaltigt werden wollen: 7.Sept 13 Uhr Sendlinger Tor München

"Frauen sollten sich nicht wie Schlampen anziehen, 
wenn sie nicht vergewaltigt werden wollen"


Mit diesem Satz löste vor zwei Jahren ein Polizist aus Toronto eine weltweite Protestwelle aus. Bei den sog. "Slutwalks" protestieren seither tausende Menschen überall auf der Welt dagegen, dass viel zu häufig den Opfern eine Mitschuld an Vergewaltigungen zugesprochen wird.

Nicht ein "zu kurzer Rock" oder "der Alkohol" sind Schuld an Vergewaltigungen. Schuld trägt immer einzig und allein der Täter bzw. die Täterin! Demonstrieren Sie mit uns für ein System ohne Vergewaltigungsmythen, Rollenklischees und Unterdrückung!

Wir freuen uns, wenn Sie diese Email weiterleiten! Für Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße im Namen des Slutwalk-München-Teams

Eva Lechner
TERRE DES FEMMES e.V.

PS: Im Anhang befindet sich neben Flyer und Poster ein Abreißzettel, der gerne ausgedruckt und aufgehängt werden darf! Desweiteren ein "Profilbild" sowie ein "Titelbild" in facebook-kompatiblem Format, mit dem Sie uns durch ihr Benutzerprofil unterstützen können, möglichst viele Menschen auf den Slutwalk aufmerksam zu machen und sich mit den Überlebenden von sexualisierter Gewalt zu solidarisieren.
Dresscode: Keinen :) Schließlich geht es nicht um ein "Recht auf sexy Kleidung" sondern darum, dass es keine Rechtfertigung für Vergewaltigung gibt. Diese finden unabhängig von Kleidungsstil der Opfer statt. Kommen Sie, wie Sie sich wohl fühlen!
Politische Einordnung: Ebenfalls keine bestimmte. Das Slutwalk München Orgateam setzt sich aus Menschen unterschiedlichster politischer Heimat, religiöser Ansichten und sonstiger Lebenseinstellungen zusammen. Was uns eint ist der Wunsch nach einer Gesellschaft ohne Vergewaltigungen. Unterstützt werden wir dabei von der Gleichstellungsstelle der Stadt München und verschiedensten NGOs. VertreterInnen jeglicher politischer Coleur sind uns herzlich willkommen, selbstverständlich mit Ausnahme rechtsextremer, linksextremer oder sonstiger verfassungswidriger Gesinnung.
Route: Der Slutwalk München 2013 beginnt am 7. September 2013 um 13 Uhr am Sendlinger Tor. Wir laufen dann via Lindwurmstr., Goetheplatz, Goethestr., Schwanthalerstr. und Sonnenstr. wieder zurück zum Sendlinger Tor.

Definition Vergewaltigungsmythos:
Bei VerGEWALTigungen geht es darum, wie der Name schon sagt, jemanden in seiner Gewalt zu haben, Macht über eine Person ausüben zu können. Es geht nicht um Sex, dieser dient lediglich als Mittel zum Zweck der Erniedrigung. Daher kann kein Rock Schuld an einer Vergewaltigung sein, die Verantwortung liegt allein bei Täter oder Täterin. Leider halten sich jedoch hartnäckig diese sog. "Vergewaltigungsmythen", d.h. dass das Opfer durch sein Aussehen, Auftreten, Verhalten etc. die Vergewaltigung provoziert hätte.
Paradebeispiel ist der Begriff der "Schlampe" (=engl. "Slut"), von welchem auch die Bezeichnung "Slutwalks" entlehnt ist. Durch die Bezeichnung als "Schlampe" wird einer Frau ihre persönliche Ehre und ihr Recht auf körperliche Integrität abgesprochen. Man darf sie nicht nur vergewaltigen, vielmehr ist es qua Definition schon keine Vergewaltigung mehr, "sie wollte es ja".
Mittels Vergewaltigungsmythen findet eine Verschiebung der Verantwortung weg von TäterIn hin zum Opfer statt. Die Mythen werden, nicht zuletzt vor Gericht, als Rechtfertigung missbraucht. Die Opfer werden durch sie stigmatisiert und ein weiteres Mal viktimisiert.