22 November 2017

Forumtheater für Menschenrechte?

Es sollte immer konkret werden, wenn es zum Forumtheater führen soll: Die Erlebnisse bringen die Kraft in die Szenen, die beim großen Theater durch professionelle Ausbildung und Ausdrucksschulung erreicht werden.

Harald Hahn stellt grade ein neues Buch zusammen:

Theater der Unterdrückten als Mosaikbaustein gesellschaftlichen Wandels
Einblicke, Ansichten und Projekte 


Der Anfang meines Beitrages darin:


  1. Vor grade 20 Jahren im Rathaus München:

In einer europäischen Konferenz an der Hochschule München hatten wir im Oktober 1997 mit KollegInnen aus verschiedenen europäischen Ländern die Möglichkeiten untersucht, die Methoden des Legislativen Theater auch in europäischen Situationen anzuwenden.
Beim internationalen Treffen in Toronto hatten bei den Workshops die Farben des Regenbogen der Wünsche die aktuellsten Arbeitsweisen beherrscht, wobei im breiten Kontext von Indien und Japan, von europäischen und den süd- und nordamerikanischen Ländern viele Erziehungs-Kulturen in den Vergleich kamen.
Die Erarbeitung und Vorstellung von legislativen Szenen in München beschrieb Augusto Boal in seinem Schlusskapitel als „Symbolism in Munich“ im englischen Buch „legislative theatre“, in meiner Übersetzung abgedruckt im „Theater im Dialog“… und irgendwo im Netz …
Gut 30 Theater-KollegInnen aus Brasilien, Finnland, Frankreich, Kroatien, den Niederlanden, Schweden, Österreich und Deutschland trafen sich in München, um neben Erfahrungsaustausch und -Weitergabe ihrer Arbeitsweisen mit dem Theater der Unterdrückten die neue Anwendung im Feld der Politik für ihre eigenen Länder zu entwickeln.
Die Teilnehmenden der Konferenz haben mit Studierenden und Interessierten Szenen aus deren eigenem Erleben erarbeitet, um sie dem Publikum im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses vorzustellen:
* Gewalt in einer binationalen Ehe bringt die Problematik der modernen Sklavenhaltung durch unser aktuelles Ausländerrecht zutage    
* Eine verdeckte schwul-lesbische Doppel-Hochzeit sollte die Situation einer Ausländerin und die Liebe von zwei Paaren schützen und legalisieren   
* Der Stadion-Neubau auf den begrenzten Flächen der Bürger macht Geschäfts-Interessen sichtbar - und auch Kultur-Verhältnisse überbezahlter Dirigenten?    
* Kann ein garantiertes Grundeinkommen die Situation belasteter Familien verbessern?    
* Wer hat wieviel Platz zum Leben und wie gestaltet es sich gemeinsam?    
* Unsere unbewältigte Vergangenheit rülpst ausgerechnet zur Reichs-PogromNacht wieder in der "Hauptstadt der Bewegung"? (im Rathaus nicht vorgestellt)
* Der rassistisch überraschende Überfall in der U-Bahn
Wir hatten in den mehrtägigen Workshops, vormittags angeleitet durch die KollegInnen, nachmittags mit Augusto, für uns wichtige Szenen erarbeitet, die wir am 26.10. im Rathaus-Sitzungssaal in einer Auswahl dem Publikum und leider nur wenigen Stadträten vorstellten, denn der Oberbürgermeister, hatte, was wir nicht gewusst hatten, an diesem Tag seinen 50. Geburtstag ... was unsere Zielgruppe vor allem zeitlich begrenzte und dezimierte.



Eine Szene in anderen Jahren am Marienplatz München: Sollen wir die Flüchtlinge aushungern? Der Bundesrat hatte die Halbierung des Sozialhilfesatzes in den Asyl-Unterkünften gefordert, Fachleute diskutieren in der Methode „Chamber in the Street“ die Forderungen mit Publikum.
  1. Der Traum vom anderen Leben

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